Erstmals seit zehn Jahren verzeichneten die IHKs im Jahr 2010 auch bei besserer Konjunktur ein steigendes Interesse an Existenzgründungen.
Die Hauptaussagen des DIHK-Gründerreports 2011, der auf insgesamt 361.058 Gesprächen mit Existenzgründern fußt, hat der DIHK für Sie zusammen gefasst:Konjunktur und Gründungen im Aufwärtstrend. Erstmals seit zehn Jahren verzeichnen die IHKs auch bei besserer Konjunktur ein steigendes Interesse an Existenzgründungen. Im Jahr 2010 führten die IHKs 1,1 Prozent mehr Gründungsgespräche. An IHK-Gründerseminaren nahmen 8,4 Prozent mehr Interessenten teil. Die Zahl derjenigen, die ein vorbereitetes Gründungskonzept in der IHK-Gründungsberatung besprachen, wuchs ebenfalls deutlich – um 8,5 Prozent. Vormals gab es bei besserer Konjunktur und rückläufiger Arbeitslosigkeit weniger Gründungsinteressenten.Doch vielen Gründungen droht frühes Aus. Auch im Aufschwung gehen viele Gründer schlecht vorbereitet an den Start. 36 Prozent der Gründer können Kunden, Geschäfts- und Finanzierungspartnern ihre Geschäftsidee nicht klar beschreiben – nach 32 Prozent im Vorjahr. Während die IHKs im Vorjahresvergleich bei unternehmerisch motivierten Gründern etwas besser durchdachte Konzepte feststellten, zeigten sich arbeitslose Gründer deutlich schlechter auf die Selbstständigkeit vorbereitet.Arbeitslosigkeit bleibt Hauptmotiv. Auch im Jahr 2010 hat zumeist Arbeitslosigkeit den Gründungswunsch hervorgerufen – und weniger unternehmerische Berufung. 59 Prozent der Teilnehmer an IHK-Gründungsberatungen nannten Erwerbslosigkeit als Hauptmotiv – ein ähnlich hoher Anteil wie im Vorjahr (60 Prozent). Insgesamt verzeichneten die IHKs im Aufschwung sowohl mehr „Gründer mangels Alternativen“ als auch mehr „Gründer aus Unternehmerantrieb“.IHKs erwarten 2011 weiter mehr Gründungen. 25 Prozent der IHKs erwarten in ihren Regionen mehr Existenzgründungen, 15 Prozent einen Rückgang. Der Positivsaldo von plus zehn Prozentpunkten lässt auf eine steigende Zahl an Gründungen in den nächsten Monaten schließen. Die demografische Entwicklung wird den IHKs zufolge zu Chancen für neue Unternehmen in den Bereichen Gesundheits- und Pflegedienstleistungen, Haushaltsservices und Dienstleistungen für Senioren führen.Gründungsfinanzierung – keine Entspannung nach der Krise. Unzureichend vorbereitete Gründer haben bei Finanzierungsverhandlungen einen schweren Stand. Aber auch vielversprechende Ideen treffen auf Finanzierungsschwierigkeiten. 22 Prozent der IHKs berichten, dass sich im Jahr 2010 die Finanzierungssituation für Startups verschlechtert habe, lediglich vier Prozent berichten von Verbesserungen. Die Beibringung ausreichender Sicherheiten ist für 63 Prozent der Existenzgründer ein großes Problem – besonders für arbeitslose Gründer mit schmaler Kapitalbasis. 59 Prozent haben Schwierigkeiten, den von Kapitalgebern eingeforderten eigenen Finanzierungsanteil einzubringen – ein mehr als dreifach höherer Anteil als bei den etablierten Unternehmen.Gründungsinteresse von Frauen auf Rekordhoch. Mit 145.440 Gesprächen und Beratungen unterstützten die IHKs gründungsinteressierte Frauen – ein deutlicher Zuwachs von vier Prozent und damit Rekord in der Historie der Statistik zum IHK-Gründerservice seit 2002. Binnen sieben Jahren ist der Anteil der Gründungsinteressentinnen von 32 Prozent im Jahr 2004 auf 40 Prozent im Jahr 2010 gestiegen. Die Wirtschaftsregion mit den anteilig meisten Existenzgründerinnen bleibt mit 43 Prozent der Osten. In zehn Prozent der IHKs beträgt der Gründerinnenanteil sogar 50 Prozent oder mehr.